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Ist der Kork am Ende?

Dienstag, 4. April 2017 18:53:10 Europe/Berlin

Wein-Vorurteile

Die Gäste sitzen am Tisch, es ist schön eingedeckt, die passenden Gläser stehen parat und dann passiert es: der Wein korkt. Statt einer feinen Frucht riecht es, als hätte jemand mit einem modrigen Putzlumpen die Gläser poliert. Muff statt Frucht. Ärger statt Freude. Aber so kann es gehen. Davor ist kein Winzer gefeit. Zumindest keiner, der Naturkorken als Flaschenverschluss verwendet. Naja. Eigentlich ist diese Aussage nicht ganz korrekt, da der oft als „Korkschmecker“ bezeichnete Fehlton auch andere Ursachen haben kann, als den Flaschenverschluss. 2,4,6-Trichloranisol, kurz TCA, kann beispielsweise auch über die Verwendung von Holzschutzmitteln im Kellereibetrieb direkt in den Wein, der sich noch im Tank befindet gelangen und damit ganze Partien verderben. Zudem kann TCA auch in anderen Produkten wie Kaffee oder Lebensmitteln gefunden werden. Es ist also kein alleiniges „Weinproblem“.

Die „schlimmsten“ Korkschmecker sind aber diejenigen, die man gar nicht konkret als Fehlton wahrnimmt. Bei dem sogenannten „schleichenden Kork“ vermindert das TCA die Wahrnehmung anderer Aromen massiv, wodurch der Wein plötzlich flach und müde erscheint. Dies kann dazu führen, dass der Gast den Wein an sich negativ beurteilt und ihn nicht wieder kauft, obwohl eine fehlerfreie Flasche ihm eventuell durchaus gemundet hätte. Die Ablehnung trifft somit den Winzer, dessen Wein sich nicht einwandfrei präsentiert hat, und schlimmstenfalls dessen Image.

Um dem Problem bestmöglich aus dem Weg zu gehen, gibt es inzwischen zahlreiche alternative Flaschenverschlüsse. Der bekannteste davon ist sicherlich der „Schrauber“, also die mit einem Schraubverschluss verschlossene Flasche, die ist auch in optisch sehr ansprechender Ausführung gibt. Für mich ideal für Weine, die innerhalb der ersten 3-5 Jahre getrunken werden. Sehr einfach zu handhaben und – sollte die Flasche nicht am Abend leer werden – ebenso einfach für den nächsten Tag wieder zu verschließen. Sicherlich gibt es noch traditionellere Kunden, welche diesen Flaschenverschluss als „billig“ empfinden, aber mein Eindruck ist, dass die Akzeptanz in Deutschland stark gestiegen ist.

Eine andere bekannte, aber nicht so auffällige Alternative ist der Kunststoffstopfen, gerne auch optisch wie ein Naturkork bedruckt. Diese werden zum Teil auch mit einer genau definierten Luftdurchlässigkeit produziert, um das Reifeverhalten eines mit Naturkork verschlossenen Weines nachzubilden. Dabei soll der Korken ja eigentlich dicht sein … Wie dem auch sei: mein Favorit ist diese Verschlussart nicht. Zum einen habe ich den Eindruck, dass die Stopfen sich etwas schwerer als Naturkork aus der Flasche ziehen lassen, zum anderen aber vor allem, da das Kunststoff nach einer Weile auch Aromen an den Wein abgibt. Und einen Wein mit einer Gumminote möchte ich nicht.

Was tun? sprach Zeus. Komplett auf Schrauber gehen oder doch mit dem Risiko leben? Keine einfache Entscheidung, aber jeder Winzer muss seine Entscheidung treffen. Seit letztem Jahr werden sogar die ersten Korken angeboten, die – laut Hersteller – zu 100% TCA-frei sein sollen. Bei teuren Weinen kann sich dieser Aufpreis für den Winzer, wie auch den Konsumenten durchaus lohnen.

veröffentlicht im News von

Peer F. Holm

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