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Wie alt kann Wein werden?

Sonntag, 6. März 2016 20:08:37 Europe/Berlin

Haben Sie schon mal ein MHD – also ein Mindesthaltbarkeitsdatum – auf einer Weinflasche gesehen? Nein. Bei den meisten anderen Getränken, sei es Milch, Saft, Bier oder sogar Mineralwasser, ist ein solches MHD angegeben. Ob dies immer sinnvoll ist (z.B. bei Mineralwasser) lasse ich mal dahingestellt. Fakt ist: bei Wein gibt es kein MHD, was heißt das Wein – laut Lebensmittelrecht – unbegrenzt haltbar ist. Eigentlich.

Aber so einfach ist es dann doch nicht. Wein verändert sich. Der Geschmack verändert sich mit der Zeit. Die Fruchtaromatik lässt nach, dafür kommen Reifenoten hinzu. Die Tannine im Rotweine werden im Laufe der Jahre runder und weicher. Es gibt Weine, denen diese Metamorphose steht. Es gibt sogar Weine, die in ihrer Jugend unnahbar und kaum genießbar sind. Andere Weine wirken – wenn sie länger gelagert wurden – nur noch leer und fad, oder gar säuerlich, vielleicht sogar mit Noten von Essig. Dann ist der Wein wirklich zu alt. Er ist zwar immer noch „trinkbar“, nur ist es kein Genuss mehr.

Die entscheidende Frage nun ist natürlich, wie erkenne ich, welcher Wein wie lange gelagert werden kann oder sollte. Und dies ist ein hochkomplexes Thema, denn viele Einflussfaktoren greifen hier ineinander. Rebsorten, Ausbau, Lagerbedingungen und persönliche Trinkpräferenz um nur einige zu nennen.

Ein trockener Müller-Thurgau Gutswein kann in seiner Jugend sehr belebend, frisch und zugänglich sein und mit seiner feinen Frucht betören. Wenn dieser Wein jedoch 3 Jahre auf dem Buckel hat, ist von der jugendlich-zarten Frucht nichts mehr übrig. Aber gerade das hat den Wein ausgezeichnet. Mit 3 Jahren alter, wird der Wein eher müde und lahm schmecken und nichts Belebendes mehr an sich haben. Ein großer Bordeaux oder Barolo, ist in den ersten drei Jahren meist noch gar nicht zu fassen. Er wirkt grob, spröde und kantig. Nach 10, 15 oder mehr Jahren, kann dieser Wein dahingegen plötzlich fein und elegant wirken. Die große Kunst – oder besser gesagt: die Erfahrung – besteht darin, in der Jugend zu erkennen, wie lange ein Wein voraussichtlich reifen kann. Um dies zu erlernen, muss man immer wieder verschiedene Weine bewusst verkosten. Jung und dann nach etlichen Jahren wieder. Nur so kann sich selbst ein Bild davon machen, wie sich Weine verändern können. Es hilft also nur die „angetrunkene Erfahrung“.

veröffentlicht im News von

Peer F. Holm

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