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Guter Jahrgang - schlechter Jahrgang

Dienstag, 19. April 2016 16:08:00 Europe/Berlin

Kaum ist die Ernte eingefahren, gehen die Diskussionen los: war es ein guter oder ein schlechter Jahrgang? Teilweise wird darüber bereits diskutiert, während die Lese noch im Gange ist. Da frage ich mich doch einmal ganz ehrlich: wer will das beurteilen können? Sind es Hellseher?

Ich habe vollstes Verständnis für die Winzer, die den Witterungsverlauf diskutieren. Die sich darüber den Kopf zerbrechen, wann sie welche Partie ernten und wann wo eine Vorlese stattfinden soll, um schadhaftes Lesegut vom Stock zu holen, damit es nicht die noch gesunden Trauben infiziert. Sicherlich kann man auch bereits kurz nach der Ernte über die Erntemenge berichten. Aber darüber, ob es ein „guter“ oder ein „schlechter“ Jahrgang ist? Meines Erachtens nicht. Und schon gar nicht pauschal auf eine Region oder gar ein Land bezogen. Alle Winzer über einen Kamm scheren? Da passt doch etwas nicht, oder?

Was ist eigentlich ein „guter“ und was ein „schlechter“ Jahrgang? Ersteres ist wahrscheinlich leichter zu beantworten: ein Jahrgang, bei dem alles gepasst hat, Witterungsverlauf, Lese, Qualität und vielleicht sogar noch die Quantität. Also eigentlich ein Jahr, in dem jeder Winzer guten Wein im Keller oder im Angebot haben sollte. Man müsste dann natürlich auch wieder fragen: war das Wetter und waren die Bedingungen überall in der Region wirklich so gut?

Einen wirklich „schlechten Jahrgang“ gibt es meines Erachtens gar nicht (mehr). Es gibt Jahrgänge, die deutlich mehr Herausforderungen an den Winzer und den Önologen stellen. Ber wer sein Metier versteht, schafft es auch in solchen Jahren gute Gutsweine zu produzieren. Wahrscheinlich mit höherem Aufwand und weniger Menge, aber die Qualität ist meist immer noch überzeugend. Und der Gutswein ist doch eigentlich der wichtigste Wein eines Weingutes, der Wein hinter dem die größte Menge steht, der Wein für jeden Tag. Und der muss natürlich passen. In guten Jahren, wie auch in herausforderungsvollen Jahren. Da in diesen nicht so idealen Jahren die Top-Weine verständlicherweise oft nicht produziert werden, fließt das Traubenmaterial, welches in guten Jahren für den Top-Wein reserviert ist, in den Zweitwein, oder auch den Gutswein. Somit gewinnen diese oft – gerade in den herausforderungsvollen Jahren – an Qualitätspotential.

Last but not least stellt sich regelmäßig auch erst nach ein paar Jahren heraus, dass einige vermeintlich „schlechten“ Jahre, nach ein paar Jahren Flaschenreife aufblühen. Sicherlich werden es keine ganz großen und klassischen Weine, aber gute Weine durchaus.

Was will uns das ganze nun sagen? Ganz einfach: nicht vorschnell urteilen und einen Jahrgang abschreiben. Gute Winzer machen ihre Hausaufgaben sehr gründlich und können auch in Jahren, die Herausforderungsvoll sind, gute Weine erzeugen.

veröffentlicht im News von

Peer F. Holm

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