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Immer dieser Schrei nach dem neusten Jahrgang

Freitag, 10. Januar 2014 00:00:00 Europe/Berlin

Kaum hat das neue Jahr begonnen, schon hört man allerorts den Schrei nach dem neusten Weinjahrgang. Nein. Den vorigen Jahrgang kann man ja nicht mehr kaufen. Als würde der Wein von heute auf morgen umgehen. Das zu einem guten Wein auch Zeit gehört, scheint einigen Zeitgenossen fremd zu sein. Die Trauben wurden ja gelesen und so lange dauert die Gärung auch nicht. Also muss er doch fertig sein. Oder? Jein.

Klar kann man einen Wein, egal ob Weißwein oder Rotwein, innerhalb weniger Wochen trinkfertig machen. Man denke nur an die Primeur-Weine beispielsweise aus dem Beaujolais, welche Mitte November des Erntejahres schon vermarktet werden. Aus dem ursprünglichen Zeitvertreib englischer Dandys, die schnell mal mit einem Privatflieger ins südliche Burgund düsten, um den allerersten Wein aus Frankreich zu haben, entwickelte sich eine Massenhysterie um den allerneusten Wein der Saison. Zum Jahrtausendwechsel war der Anteil der Primeurweine im Beaujolais auf über die Hälfte der Gesamtproduktion gestiegen. Aber viele dieser vorschnell fertig gemachten Weine, sind auch vorschnell fertig. Die wenigsten kann man im neuen Jahr noch mit Genuss trinken.

Aber der Primeur – bleiben wir mal bei diesem Beispiel – ist bei weitem nicht das Beste, was die Region Beaujolais zu bieten hat. Crus wie ein Morgon bringen ein beachtliches, jedoch vielfach unterschätztes Reifepotential mit. Ein guter und auch lagerfähiger Wein benötigt vor allem zuerst einmal seine Zeit um sich zu entwickeln. Es ist wie im wahren Leben: Wenn ich einen Ball senkrecht in die Luft werfe, wird er ebenso senkrecht wieder zu Boden fallen. So wie ein Primeur nur ein kurzes Leben hat. Ein Ball jedoch, den ich im idealen Winkel werfe, nähert sich langsam seinem höchsten Punkt und fliegt viel weiter. Wie ein Wein, der erst eine gewisse Zeit benötigt um aus der jugendlich ungestümen, manchmal sogar pubertierenden Phase herauszukommen, um dann langsam zu höchster Form aufzulaufen und den geduldigen Genießer zu erfreuen. Von Ihrem Kind erwarten Sie ja auch nicht vier Wochen nach der Geburt, dass es einen Studienabschluss hat.

Zeit, Muße, Genuss. Es hängt alles zusammen.

Gönnen wir dem Wein doch die Zeit. Gönnen wir uns doch die Muße. Genießen wir doch bewusst Weine, welche sich in Ruhe entwickeln konnten. Es lohnt sich!

veröffentlicht im News von

Peer F. Holm

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